Wolfgang Gäbler: Zu meiner Person:

Jahrgang 1953, verheiratet, 4 verheiratete Kinder, 10 Enkelkinder

Werdegang: Abitur, Studium TU Dresden, Abschluss als Dipl.-Ing. für Regelungstechnik und Prozesssteuerung, Fernstudium an der Fachschule für Energiewirtschaft in Markkleeberg mit Abschluss Ingenieur für Gasanwendungstechnik,

Berufliche Stationen: -15 Jahre Leiter der Abteilung Forschung und Entwicklung bei TGA Forst (Entwicklung der Forster Etagenheizung. 6 Jahre Fa Vaillant als Vertriebs- und Verkaufsleiter in Dresden, Chemnitz und Berlin. 9 Jahre Niederlassungsleiter Buderus Berlin. 6 Jahre Aufbau und Leitung des Wärmepumpenvertriebs für Bosch Thermotechnik der Marke Buderus in Deutschland. seit Juli 2011 Geschäftsführer der Stadtwerke in Forst

Kirche: 10 Jahre Zweigpräsident in Forst. 18 Jahre mit Unterbrechungen Hoher Rat im Pfahl Leipzig und Pfahl Dresden. Seit 1982 Durchführung und Organisation des Regionsfußballturniers in Forst

 

Einige Gedanken zum Regionsfußballturnier in Forst

Seit 1982 lädt das Ältestenkollegium des Zweiges Forst alljährlich am 2. oder 3. Samstag im Juni zum beliebten Kleinfeld Fußballturnier ein. (mit einer Ausnahme 1983 Köthen) Auf dem Gebiet der ehemaligen DDR begonnen wurden ab 1990 die West-Berliner Gemeinden mit einbezogen. Starteten wir 1982 mit 8 hatten wir in Spitzenzeiten 16 – 18 Mannschaften im Turnier. Heute sind wir bei 12 bis 14. Da die Mannschaften häufig aus Spielern verschiedener Gemeinden bestehen sind teilweise bis zu 30 Gemeinden und Zweige beteiligt. Zu den bis 150 Spielern gesellen sich noch etwa 200 begeisterte Zuschauer. Viele kommen mit Kind und Kegel und nutzen das Turnier zum Treffen mit Familie und Freunden. Auf dem ursprünglichen Sportplatz waren die Plätze teilweise mit Wald umsäumt und luden zum Picknick und lagern auf Decken ein. Heute sind wir auf dem Forster Stadion, welches ebenfalls viel Raum bietet und für die Sportler bessere sanitäre Einrichtungen und Umkleidemöglichkeiten zur Verfügung stellt. Fußballerisch hat sich die Qualität von Jahr zu Jahr erhöht. Viele Mannschaften trainieren mehr oder weniger das ganze Jahr, um zum Turnier fit zu sein. Die Vätergeneration wurde durch die Söhne abgelöst oder man spielt gemeinsam.                                                                                                      Leider ist die ursprüngliche Idee, dass die Kollegien gemeinsam Sport treiben und darüber enger zusammenwachsen und gemeinsam Freude haben, in einigen Mannschaften dem Ziel siegen wollen geopfert worden. Das Fußballspiel, verbunden mit starkem Ehrgeiz zu gewinnen, ist immer wieder eine Herausforderung seine Gefühle im Zaum zu halten und Selbstbeherrschung zu üben. Nicht immer trifft das Bild zu, welches durch das Lied beschrieben wird: „ O wie lieblich ist`s, wenn Brüder friedlich bei einander sind…“ Allerdings scheint die momentane Aufregung nicht so tief zu sitzen, da spätestens nach einem Jahr alle wieder mit der gleichen Begeisterung zum Spiel antreten. Leider kommt es beim Sport auch immer wieder zu Verletzungen. Nicht immer ist ein gegnerischer Spieler unfair daran beteiligt. Manchmal ist es auch das eigene Unvermögen seine körperlichen Möglichkeiten mit den Wünschen des Geistes in Übereinstimmung zu bringen.

Ein besonderes Erlebnis hatten wir 2002. Mitten in der Fußballstimmung wurde ein Bruder aus Berlin von einem straff geschossenen Ball am Brustkorb getroffen und brach bewusstlos zusammen. Sofort wurde von unserem Sani Michael Bentke mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen und parallel die schnelle medizinische Hilfe gerufen. Erst mit einem Elektroschock vom Arzt konnte er wieder zurück geholt werden. Vor der Abfahrt der DMH wurde dem Bruder noch ein Krankensegen im Auto gegeben. Zum Glück konnte er nach wenigen Tagen der Beobachtung im Forster Krankenhaus ohne Beeinträchtigungen seine Heimreise antreten. Während der Krankenwagen abfuhr wurde spontan von den Spielern entschieden, das Turnier nicht fort zu setzen. Wir knieten uns gemeinsam auf dem Sportplatz nieder und sprachen ein Gebet. Dieses geistige Erlebnis werde ich nie vergessen. Gerade noch auf dem Spielfeld gekämpft und sich verausgabt knieten sich 150 Fußballer und mehr als 200 Zuschauer nieder, um für einen verletzten Bruder zu beten.

In diesem Jahr hatten wir das 32. Turnier leider nur mit 11 Mannschaften. In einigen Gemeinden fehlt der Nachwuchs und bei anderen lässt das sportliche Interesse der Jungen am Fußball etwas nach. Ich hoffe, dass virtuelle Spiele zukünftig nicht die Begegnung auf und um ein Spielfeld verdrängen. Viele der Spieler haben auf dem Fußballplatz Eigenschaften gelernt wie Ausdauer, Selbstbeherrschung, Teamgeist, Durchsetzungsvermögen und sicher vieles mehr. Diese Eigenschaften, verbunden mit körperlicher Fitness haben in den letzten Jahren vielen jungen Brüdern geholfen eine erfolgreiche Mission zu absolvieren.

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass in den Kollegien nicht nur die Profis spielen, sondern alle die Lust am gemeinschaftlichen Spiel haben einbezogen werden. Für mich ist nach dem Turnier nicht wichtig, welche Mannschaft den Sieg erobert hat, sondern wie viele Brüder Freude am Sport hatten und wie der Zusammenhalt in den Kollegien gestärkt und die Bruderschaft vertieft wurde.

Wolfgang Gäbler